Festansprache zum 50 jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Hoheneiche am 03. August 2016

Festansprache zum 50 jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Hoheneiche

am 03. August 2016

 

Sehr verehrte Gäste, meine Damen und Herren,

liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden.

Doch heute gilt der besondere Gruß unseren Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Hoheneiche.

 

Jubiläen sind Höhepunkte nicht nur in der Biographie eines einzelnen Menschen, sondern auch in der Geschichte von Vereinen.

 

Am 3. März 1966 wurde die Jugendfeuerwehr Hoheneiche gegründet,

und somit können wir heute das 50-jährige Jubiläum miteinander feiern

 

Lassen Sie uns diese 50 Jahre einmal Revue passieren.

 

Aber wie entstand eigentlich die Feuerwehr?

 

"Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn es der Mensch bezähmt, bewacht"
(Ein Zitat v. Friedrich Schiller aus dem Lied der Glocke)


Die alte heidnische Vorstellung, den Dämon Feuer mit irgendwelchen Gaben, wie Brot oder Honig, günstig stimmen zu können,

hat den Menschen leider sehr wenig geholfen.

So kommt es, dass die Geschichte der Feuerwehr sehr alt ist.

Bereits im alten Rom gab es unter Kaiser Augustus (2 v. bis 14 n. Chr.) so etwas wie Löschmannschaften, die bereits mit Leitern, Eimern und Äxten ausgerüstet waren.

Wohl der spektakulärste Brand der Antike war der von Kaiser Nero in Rom gelegte Brand (64 n.Chr.), der sechs Tage lang wütete.

Überhaupt hatten die Menschen schon seit eh und je ihre Mühe und Not mit dem Feuer.

Bei Brandkatastrophen galt verständlicherweise das erste Interesse mehr der Rettung von Hab, Gut und Vieh, als der Eindämmung und Bekämpfung des Brandes.

Vielleicht wird vielen von ihnen verständlich, weshalb sich auch der Spruch:

„Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an“

eingebürgert hat.

Den durch Brände in ihrer Existenz ganz erheblich Geschädigten wurde von Nachbarn, Gemeinde oder Staat allgemein große Hilfe zu Teil, um wenigsten die schlimmste Not zu lindern.

Später entwickelte sich daraus die Brand- und Feuerversicherung, die heute gesetzlich vorgeschrieben ist.

 

Daher ist die Notwendigkeit einer Feuerwehr den Zeitgenossen unschwer klar zumachen, und so genießt unsere Feuerwehr unter den bestehenden Vereinen eine hohe Akzeptanz,

geht es in Ihrem Aufgabenbereich doch darum,

Hab und Gut der Bürger zu schützen.

 

Die Entwicklung der Jugendfeuerwehr läßt sich nicht losgelöst von der Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Hoheneiche betrachten.

Diese stellt eine Einrichtung der Bürger für den Bürger dar,

die auf dem alten genossenschaftlichem Prinzip

„Einer für alle, alle für einen“

basiert.

 

 

Wie alles begann!

 

Im § 1 der Jugendordnung der hessischen Jugendfeuerwehr heißt es:

„Die Jugendfeuerwehr will die Jugend zu tätiger Nächstenliebe erziehen,

sie will zum gegenseitigen Verständnis der Völker beitragen,

sie fordert von jedem Mitglied die Anerkennung der Menschenrechte,

die Wahrung der demokratischen Ordnung und die Bereitschaft an der Demokratisierung aller Gesellschaftsbereiche mitzuwirken!   

 

Vor 50 Jahren hat der damalige Vorstand unter dem Vorsitz von  Ortsbrandmeister Heinrich Wilhelm und den Kameraden Wilhelm Großkurth, Heinrich Großkurth, Wolfgang Kümmel, Georg Spenner und dem 1 Jugendwart Wilmar Brandau eine Entscheidung getroffen,

die die weitere Entwicklung unserer Wehr maßgeblich bestimmt hat.

Ihnen war bewusst, dass auch eine Feuerwehr innovativ sein muss und die Planung für die Zukunft nicht vernachlässigen darf.

 

Am 3. März 1966 wurde die Jugendfeuerwehr wie es offiziell hieß:

“ Zur Förderung des Nachwuchses in Hoheneiche“ gegründet.

Schon bald fanden sich 11 Jugendliche zusammen die fortan betreut wurden.

 

Noch im Gründungsjahr 1966 nahm die Jugendfeuerwehr Hoheneiche an den Wettkämpfen auf Kreisebene in Eschwege teil und belegte vor der Jugendfeuerwehr Wanfried den 1. Platz!

Eine hervorragende Leistung, die auch nicht dadurch geschmälert werden soll wenn ich hier verrate, daß nur diese beiden Mannschaften am Start waren.

 

Schon ein Jahr später konnten die ersten Leistungsspangen erworben werden.

 

Diese höchste in der Jugendfeuerwehr zu vergebende Auszeichnung für sportliche und feuerwehrtechnische Leistungen wird heute ergänzt durch die Jugendflamme,

die in 3 Stufen auch von den jüngeren Jugendfeuerwehrmitgliedern bereits ab 10 Jahren erworben werden kann.

 

Insgesamt wurde den Mitgliedern der Hoheneicher Jugendfeuerwehr bis heute 64 mal die Leistungsspange, 23 mal die Jugendflamme Teil 1 und 20 mal die Jugendflamme Teil 2 verliehen.

 

Aktivitäten!

 

In den vergangenen 50 Jahren hat die Jugendfeuerwehr eine Vielzahl von Aktivitäten absolviert. Beispielhaft sind hier nur einige aufgeführt:

Bundeswettkämpfe, Waldläufe, feuerwehrtechnische Lehrgänge, Lehrgänge zur Freizeitgestaltung und Umweltschutzarbeiten.

Aber auch Veranstaltungen innerhalb der Ortschaft sind hier zu nennen, allen voran die jährliche Ausrichtung des Osterfeuers.

 

Dem Alter entsprechende Übungen führen die Jugendlichen schrittweise an eine Tätigkeit in der aktiven Wehr heran.

Fahrzeugkunde, Sport und das Üben von unvorhersehbaren Einsätzen

sowie gemeinsame Übungen mit den Jugendfeuerwehren aus den anderen Ortsteilen unserer Großgemeinde Wehretal.

 

Großen Anklang bei den Jugendlichen findet auch das alljährliche

„Übernachten in unserem Feuerwehrgerätehaus“,

bei dem die Jugendlichen den „Berufsfeuerwehralltag“ innerhalb von 24 Stunden nachahmen dürfen.

Dies fördert die Motivation und die Kameradschaft.

Für die Zukunft haben sich die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr wieder einiges vorgenommen.

Vor allem möchten sie bei den jungen Menschen das Interesse an der Feuerwehr, der Hilfsbereitschaft dem anderen gegenüber und den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehrkameraden weiter ausbauen.

 

Wie man sieht, ist das Betätigungsfeld der Jugendfeuerwehr-Mitglieder sehr umfangreich und interessant.

Die meisten Jugendlichen haben normalerweise nicht die Möglichkeit,

derart interessante Einblicke in Technik und Umwelt zu bekommen.

Da hier auch eine gute Mischung aus Lernen, Spiel und Spaß besteht,

werden das Gemeinschaftsgefühl und die Sozialkompetenz gefördert.

 

Um aber diese anspruchsvollen Tätigkeiten einer aktionsreichen Jugendarbeit umsetzen zu können, bedarf es gut ausgebildeter und engagierter sowie verantwortungsbewußter Jugendwarte.

In einer Zeit, in der die meisten Menschen sich in Ihrer Freizeit in private Nischen zurückziehen oder bestenfalls dazu bereit sind,

ihr persönliches Hobby organisiert zu betreiben,

verdient der Einsatz der ehrenamtlich für die Allgemeinheit tätigen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden unsere besondere Anerkennung und unseren Dank.

 

An dieser Stelle sei es mir gestattet, allen für die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr Verantwortlichen herzlich zu danken.

Es waren bzw. sind dies die Jugendwarte und deren Stellvertreter:

Wilmar Brandau, Willi Möller, Kurt Glados, Otto Reimuth, Walter Koch,

Dieter Krämer, Gustav Großkurth, Karl-Martin Reiß, Hans-Jürgen Vetter,

Gerd Buchholzer, Kai Herwig, Michael Großkurth, Mario Ludwig, Mario Rabe und Nico Kohl.

 

Dies geschah unter der Leitung der Vorsitzenden und Wehrführer:

Heinrich Wilhelm, Wolfgang Kümmel, Werner Jäger, Ernst Krauße,

Wilhelm Herwig und Kai Herwig.

 

An dieser Stelle sei vermerkt, daß allein im Jahre 2015 von den Verantwortlichen über 150 Stunden für die Jugendarbeit aufgewendet wurden.

 

Mitgliederentwicklung:

 

Man würde aber sicherlich zu kurz greifen, wenn man die Jugendfeuerwehr lediglich als ein Nachwuchsreservoir für die freiwillige Feuerwehr ansähe.

Sie stellt vielmehr ein bedeutsames soziales Lernfeld für die Jungen und Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren innerhalb unserer dörflichen Gemeinschaft dar.

 

Die Jugendfeuerwehr Hoheneiche zählt zur Zeit 10 Mitglieder, 2 Mädchen und

8 Jungen.

Weiterhin besteht seit dem Jahr 2005 eine Bambini-Gruppe,

in der bereits die Jüngsten ab 6 Jahren die Möglichkeit haben auf spielerische Weise in die Feuerwehr hinein zu schnuppern.

 

Insgesamt wurden während des 50 -jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Hoheneiche

96 Jugendfeuerwehrleute ausgebildet von denen etliche heute ihren aktiven Dienst in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr versehen.

Diese erfolgreiche Jugendarbeit ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen,

dass die Freiwillige Feuerwehr Hoheneiche ihrer Jugendgruppe jede nur mögliche Unterstützung gewährt,

da man hier seit langem erkannt hat, wie wichtig eine solide Jugendarbeit für das dörfliche Gemeinwesen ist.

Der Ausbildungsstand ist hoch, und die guten Erfolge beweisen,

dass die Jugendlichen gerne bereit sind, Einsatz und Leistung zu erbringen.

Freiwillig und ohne Entgelt.

 

Dies ist keineswegs selbstverständlich.

Null-Bock-Ansichten und Antihaltung haben zunehmend das Bild der Jugend in der Öffentlichkeit geprägt.

Immer wieder wurde der Jugend Nichtstun vorgeworfen und sich nicht für die Gemeinschaft zu engagieren.

Dieser Eindruck der Jugend ist zweifellos verzerrt,

denn dass es Mädchen und Jungen gibt, die sich zur Freiwilligen Feuerwehr bekennen, beweisen z.B. die Jugendlichen unserer Jugendfeuerwehr Hoheneiche.

 

Wie sie sehen, ist in unserer Feuerwehr niemand einsam oder allein.

Im Gegenteil, nur wenn alle zusammen anpacken, dann können Brände gelöscht, Verletzte geborgen oder Unfallstellen abgesichert werden.

Feuerwehr, das ist nicht der einsame Kämpfer,

Feuerwehr heißt vielmehr Hand in Hand arbeiten und sich auf die Kameraden verlassen können.

 

Diese Jugendarbeit stellt eine mehr als positive Investition in die Zukunft unseres Ortes dar. Und alle kommunalen Gremien sind auch weiterhin gut beraten,

diese Arbeit finanziell und ideell nach vollen Kräften zu unterstützen!

 

Möge die Jugendfeuerwehr Hoheneiche sich auch in Zukunft als Nachwuchsorganisation der Feuerwehr weiterhin positiv entwickeln, getreu dem Wahlspruch der Feuerwehren:

 

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

 

 

Ich wünsche den Verantwortlichen auch für die Zukunft immer eine glückliche Hand,

der Jubiläumsveranstaltung noch einen guten Verlauf

und den jungen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden viel Spaß und Freude.

 

 

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

 

Bilder Gemeindefeuerwehrtag zum Jubiläum Jugendfeuerwehr

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